Spielen mit Werten, Zukunft und Vergangenheit und dabei neue Wege finden. Die aktuelle GZ live

Spielen beeinflusst unser Leben mehr als wir vermuten. Die aktuelle GZ live beschäftigt sich zauberhaft verantwortungsvoll mit dem Thema

Die neue GZ live setzt die aktuelle Ausgabe unter das Motto Spieltrieb, Spielzeit, Spielart und trifft damit den Nerv von uns allen. Spielen können, Spielen dürfen. Ein vernachlässigtes Bedürfnis, das sich in dieser sehr gelungenen Ausgabe Bahn bricht. Gleichzeitig, und ich bin mir nicht sicher, ob das den Machern wirklich bewusst ist, lebt in dieser Ausgabe das deutsche und europäische Schmuckhandwerk. Die gewachsene Liebe zum handgemachten Design und die Symbiose von Schmuck und Tradition. Die neue Ausgabe ist der überzeugende Beweis, dass schöne Produkte nur aus guten Händen kommen können. Jedes Umblättern ist eine Entdeckung. Lesens- und liebenswert!

GZ-live-Oktober-2013

GZ live Ausgabe 09/2013

GZ live ist Musik

Ich suchte den Zeitschriftenhändler meines Vertrauens nicht auf, um die GZ live zu kaufen. Sondern sie sprang mich dieses Mal förmlich an. Zugegebenermaßen nicht zuletzt wegen der blauen Augen von Jannik Schümann, der fast schon lasziv blickend, das Cover schmückt. Außerdem ist die aktuelle GZ live nicht nur Hochglanz Print sondern ebenso Musik. Eine CD mit drei Songs von Clarence und Napoleon ergänzt die Zeitschrift. Zu Hause war mein erster Weg also der zum CD Spieler.

Clarence und Napoleon sind für mich eine Reise in meine Jugend. Ich fühlte mich durch die Elektrobeats von Arne Straube zurückversetzt in die späten 90er Jahre. Die Stimme von Anna Katharina Bauer erinnerte mich an Björk. Die Musik ist spährisch. Manchmal schon fast überirdisch. Kurze Assoziationen von Depeche Mode und Kruder und Dorfmeister drängten sich in mein Hirn. Diese Musik ist eine Offenbarung. Ich werde mir auf jeden Fall das ganze Album ins CD-Regal stellen! Oder vielleicht bald im Spendenhandel Shop verkaufen?

Spiel mit dem Bruch der Konventionen

“Wir wollen Spielen.

Mit dem Zufall Experimentieren.

Verlieren. Hoffen.

Gewinnen.

Alles ist möglich.

Das ganze Leben ist ein Spiel”

Noch während die Musik meine Sinne betörte schlug ich die neue Ausgabe auf. Das Editorial ist nicht etwa, wie bekannt und irgendwie nie gelesen, eine Ansprache der Chefredakteurin. Nein, ein Bild passend zum Thema Spielen. Mit einem Spruch, der jeden Tag Lebensmotto sein könnte aber vor allem spielerisch leicht die ganze Ausgabe erklärt und überschreibt. Gekonnt unaufdringlich und wirksam. Zumal, wenn man genau hinsieht, die Chefredakteurin Sigrid Jürgens und die Artdirectorin Hanna Tembrink der Caro- und der Kreuzdame ihre Gesichter geliehen haben. Also schon das Editorial machte Lust auf mehr!

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Editorial GZ live Oktober 2013

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Der Carodame hat die Chefredakteurin Sigrid Jürgens ihr Gesicht geliehen. Der Kreuzdame die Artdirektorin Hanna Tembrink

 

Hochglanz Print ist Werbung! Werbung kann auch verantwortungsvoll und wertverbundensein?

Nachdem ich das Editorial förmlich mit seiner Aussage in mich aufgesogen hatte, blätterte ich die ganze Zeitschrift einmal von vorne bis hinten durch. Ich habe die Angewohnheit, bevor ich mich entscheide eine Zeitschrift wirklich zu lesen, die Anzeigen anzusehen. Sehr oft vergeht mir dann beim Überblättern  die Lust die Artikel zu lesen. Wenn mir Produkte verkauft werden sollen, die ich schon beim Ansehen nicht ertragen kann, möchte ich auch die Artikel nicht mehr lesen. Denn wir wissen alle: “wer zahlt schafft an!” Und Zeitschriften finanzieren sich hauptsächlich über ihre Werbepartner.

Die aktuelle Ausgabe der GZ live überraschte mich. Ich entdeckte genau zwei Werbepartner, die nicht in Europa per Hand fertigen. Die Anzeigen in der GZ live sind nicht nur zum allergrößten Teil wirklich wunderschön und entführen in die wundervolle Welt des Schmuckes, sondern sie sind eine Hommage an das europäische Schmuckhandwerk. Sich zu schmücken ist neben spielen (womit wir ja auch wieder beim Thema wären) das älteste archäologisch nachgewiesene “Luxusbedürfnis” der menschlichen Kultur. Dieses Bedürfnis des Schmückens, des schöne Dinge um sich und an sich haben wollens, setzt die GZ live selbst in der Auswahl ihrer Anzeigen wahrhaft einzigartig um. Besonders ins Auge gestochen ist mir hierbei ein schweizer Schmuckhersteller, den ich nicht kannte und dessen Schmuck eine perfekte Symbiose aus Ebenholz und Brillianten zu sein scheint. Vainard Zürich. Einfach nur schön!

Ich will auch was für´s Hirn

Manchmal, wenn ich so diverse Frauenzeitschriften auf meine Art durchblättere scheint es mir, als stünde ich mit meiner Meinung alleine da. Ich will nicht nur über Frauenthemen lesen und im Überfliegen recherchierte Themen mit viel Bild süffig und leicht vorgesetzt bekommen. Ich möchte auch Inhalt. Auch für meinen Kopf ist diese Ausgabe der GZ live Futter.

Zitate zum Thema Spielen und, das allseits so beliebte, unnütze Wissen sind unter der Rubrik Spiel und Stil wunderbar leicht und optisch ansprechend aufbereitet. Jetzt weiß ich zum Beispiel, dass der Käufer von Luxus Automodellen und Lego-Risenbaggernim Durchschnitt 38 Jahre alt ist und, dass Albert Einstein einst sagte: “Atome spalten ist ein Kinderspiel verglichen mit einem Kinderspiel.” Herrlich! Aber das sei nur am Rande erwähnt.

Leitbild Leitartikel

Das wahre Highlight ist der Leitartikel “Die Macht des Spiels” von Sigrid Jürgens. Schon das Artikelbild macht Lust auf mehr. Es zeigt eine Frau, die in einem Computerspiel beim Einkaufen Treuepunkte sammelt, um den Highscore zu erreichen und gleichzeitig aufräumend gegen Dinosaurier und Legomonster kämpft. Mutmaßlich in der Hoffnung das vermeintlich nächste Level zu erreichen. Lebensmetapher Computerspiel!

Gut recherchiert erklärt der Artikel, dass die heutige Spielarmut in der Kindheit, die durch einen durchgeplanten Schüler- und oft schon Kindergartenkinderalltag entsteht, im Erwachsenenalter ein großes Spielbedürfnis erzeugt. Dieses Spielbedürfnis wird heute gerne als Marketingmittel oder als Alltagshilfe zweckentfremdet. So sammeln wir Treuepunkte oder lassen uns von einer App dabei helfen zu Rauchen aufzuhören. Spielzeughersteller haben längst den Erwachsenen als Zielgruppe erkannt, “Kidults”genannt. Eine Mischung aus Kid und Adult. Natürlich zählt auch die gesamte Welt des Internets mit in den Bereich Spielen im weitesten Sinne. Der Sog der sozialen Netzwerke, die zweifellos unsere reale Welt mittlerweile tief durchdrungen haben, ist mit unserem Spieltrieb zu erklären. Aber auch im realen Leben wachsen “Spielplätze” der besonderen Art. So können sich Männer den Kindheitstraum erfüllen schwere Baumaschinen zu lenken. Dem Spieltrieb und der Spielart sind also laut GZ live heute kaum noch Grenzen gesetzt. Nur die Spielzeit fehlt, vor allem in der Kindheit, allzu häufig.

Kindheitserinnerung ist jetzt Couture. Die Porzellanmanufaktur Meißen macht Mode.

Eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen ist das Meißener Porzellan meiner Oma. Jedesmal, wenn ich bei ihr war, durfte ich es ganz vorsichtig bewundern und von allen Seiten ansehen. Für mich war Meißen der Inbegriff von Luxus und Vergangenheit. Diese deutsche Vergangenheit des Luxusgutes, der Handwerkskunst, dieses Traditionsunternehmen war am Boden. Marode, wie es so schön heißt. Heute schreibt es wieder rote Zahlen. Diese roten Zahlen, das wiedererlangte Selbstbewusstsein, hat das Unternehmen Dr. Christian Kurtzke zu verdanken. Wie die GZ live schreibt ist Dr. Kurtzke ein Macher, ein Visionär. Seinem Credo “Tradition ist das, was man daraus macht. Der Rest ist Geschichte.” folgend stellte er die Porzellanmanufaktur Meißen auf neue, gesunde Füße. Inspiriert immer von den Stücken, die im Archiv der 300 Jahre alten Manufaktur zu finden sind, erweiterte er das Portfolio. Dazu fällt mir eine wundervolle Geschichte ein, die DR. Kurtzke mir einmal auf einer Schmuckmesse erzählte. Sie betrifft den Mops-Anhänger von Meißen Porzellan. Bei der Begehung des Archives der Meißener Porzellanmanufaktur fand sich der Mopsanhänger. Bei der Recherche, was es mit diesem Mops für eine Bewandnis hätte, stellte sich heraus, dass die Meißner Porzellan Manufaktur ihn seinerzeit für die Mitglieder der Freimaurerloge fertigte. Jedes neue Mitglied bekam einen solchen Mops. Für Eingeweihte war er das Erkennungszeichen. Für alle anderen Schmuck.

Meißen-Mops-weiß

Anhänger Mops von Meißen Porzellan. Seinerzeit das Erkennungszeichen der Freimaurerloge.

Ja und jetzt?Um noch einmal die GZ live zu zitieren: “Das Spiel geht weiter” Das Spiel um Meißen Porzellan. Jetzt gibt es von Meißen nicht nur Porzellan sondern eben auch Schmuck und Uhren und Einrichtungsgegenstände und, ganz neu, Couture. Prinzessinenkleider von Meißen Porzellan, dem ehemaligen Hoflieferanten. Was für ein wundervoller Bogen in die Vergangenheit, der hoffentlich in Zukunft viele andere Traditionshäuser inspiriert, Deutschland als Produktionsstätte hoch zu halten und im Geiste der Tradition neue Wege zu beschreiten und damit Zukunft zu schaffen. Der Artikel in der GZ live über Dr. Christian Kurtzke und seinen Mut die Meißener Porzellanmanufaktur mit unkonventionellen Mitteln aus der Krise zu führen hat mir wiederum Mut gemacht und ein kleines bisschen mein Kinderherz angerührt. Es gibt einfach Dinge, die bleiben.

Die aktuelle Ausgabe der GZ live berichtet über viele dieser bleibenden Werte. Sie zeigt, dass Tradition heute modern ist und beleuchtet differenziert und feinsinnig unsere Gesellschaft unter dem Fokus des Themas Spielen. Eine gelungen Ausgabe. Natürlich könnt ihr die Themen der GZ live auch auf Facebook abrufen. Viel Freude dabei!

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2 Responses to “Spielen mit Werten, Zukunft und Vergangenheit und dabei neue Wege finden. Die aktuelle GZ live”

  1. Nadja R.3. Dezember 2013 at 21:27 #

    Eine wunderbare und sehr informative Seite! Ich liebe das Konzept und die Produkte von Spendenhandel!

    • Kirsten Hermes3. Dezember 2013 at 22:07 #

      Danke! Nadja! Du bist jetzt auf jeden Fall in der Lostrommel für die schöne Öllampe ediSUN

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